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  • Roland Reiter

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

Aktualisiert: Jan 23


Nicht alles, was wir zu sagen gehabt hätten, hat es in die Erstausgabe unserer Zeitschrift „Klartext“ geschafft. Dazu zählt auch die Geschichte vom Förderverein, den wir zur Rettung des Bades vorgeschlagen haben. Vor 10 Tagen wurden wir zur NÖN eingeladen, Herr Feigl nahm sich für uns eine Stunde lang Zeit und interviewte uns zu unseren Zielen, die wir mit der Bürgerliste in Würflach verfolgen. Nach unserem Interview fragte er auch bei Ihnen nach, was folgte war ein verbaler Rundumschlag, den ich so nicht stehen lassen kann (nachzulesen hier).


Der Vorschlag zur Gründung eines Fördervereins kam von uns nicht wie Sie in der NÖN behaupteten erst „eineinhalb Jahre nach der Entscheidung zur Zukunft des Bades“, sondern bereits im August 2017, also rund 3 Monate nach dem öffentlichen Bekanntwerden der Badschließung. Wir schrieben Ihnen am 30. August 2017 zwei Mails, eines zum Thema Terrassenbad Würflach und Förderverein, ein zweites zum Thema Parken auf Gehwegen. Die Sicherheit unserer Kinder im Straßenverkehr war uns schon damals ein großes Anliegen, wir waren es auch, die die „Aktion sicheres Würflach“ initiierten und den in der Gemeindemitteilung vom September 2017 auf Seite 5 veröffentlichten Text samt Grafik zusammenstellten.


Zur Idee des Fördervereins kamen Sie dann Anfang September 2017 zu mir. Sie sagten mir bei diesem Treffen, dass bislang nur die Stilllegung des unteren Beckens beschlossene Sache sei und die Gemeinde weiterhin bemüht ist, das obere Becken zu erhalten, da dies einerseits bei den Saunagästen sehr beliebt ist, andererseits auch bei Familien mit Kindern. Das war auch der Grund, warum wir die Idee des Fördervereins damals nicht weiter verfolgten.


Ende Oktober 2018, ausgestattet mit fast 1000 Unterschriften zum Erhalt des Terrassenbades erhielt ich dann einen Termin in der Gemeinde Würflach und legte ein sechsseitiges Konzept eines Fördervereins vor, das waren wir jeder/m einzelnen, der die Petition unterzeichnet hat, einfach schuldig. Wir wollten uns nicht vorwerfen lassen, nicht alles zur Rettung des Bades unternommen zu haben. Unterstützt hat uns dabei ein engagierter Bürger unserer Gemeinde, der sich entschlossen hat, politisch nicht aktiv werden zu wollen. An diesem Treffen waren neben Ihnen auch noch Vizebürgermeister Johann Woltron (ÖVP), Amtsleiter Peter Samwald (ÖVP) und Albert Mohr (SPÖ) anwesend. Die Idee mit der Gründung eines Fördervereins käme, so hieß es, um ein Jahr zu spät. Man habe sich im letzten Jahr intensiv mit dem Thema Motorikpark auseinandergesetzt, auch einiges an Geld investiert. Plan sei es, so der Vizebürgermeister, diesen Anfang Mai 2019 in Teilen zu eröffnen. Die Präsentation des Motorikparks erfolge in rund drei Wochen in der Wellnesswelt. Was dann dort präsentiert wurde ist eine andere, schon bekannte Geschichte.


Das ist aber nicht der eigentliche Grund meines Schreibens. Vielmehr getroffen hat uns die von Ihnen getätigte Äußerung, dass im Rahmen des Festjahres 925 Jahre Würflach bei keiner einzigen der 16 Veranstaltungen ein Mitglied unserer Bürgerliste erschienen sei. Im stillen Kämmerlein Aussendungen zu schreiben sei zu wenig, lautete Ihr Vorwurf. Viele unserer Mitglieder haben diverse Veranstaltungen im vergangenen Jahr besucht. Wir führen aber nicht Buch darüber, wann welches Mitglied auf welcher Veranstaltung war, jeder darf darüber selbst entscheiden. Unter Bürgernähe verstehen wir etwas anderes als auf jedem Fest zu erscheinen und möglichst vielen Personen dort die Hände zu schütteln.


Und zugegeben, wir waren nicht bei jeder Veranstaltung anwesend. So waren wir beispielsweise am Oktoberfest am Bauhof nur kurz vertreten. Die Veranstaltung wurde vom Wirtschaftsbund organisiert, zählt aber zu den 16 Veranstaltungen des "Jubiläumsjahres" dazu, daran lässt auch die Plakatgestaltung keinen Zweifel. So eine Gelegenheit ließ sich die ÖVP freilich nicht für einen Auftritt der politischen Prominenz entgehen, schon gar nicht wenn eine Nationalratswahl ins Haus steht. Es mag noch legitim sein, wenn ein hoher Politiker wie in diesem Fall Landtagsabgeordneter Hermann Hauer auf so einer Veranstaltung erscheint und eine Ansprache hält. Dass jedoch zwei in türkis gekleidete Mädels Wahlzuckerl an die Festbesucher verteilen geht eindeutig zu weit, und das war nicht nur unsere Meinung.


Als Obmann der Bürgerliste und als Pfarrgemeinderatsmitglied schätze ich die Arbeit unserer Vereine sehr und weiß, wie viel ehrenamtliche Tätigkeit dahintersteckt und unterstütze auch deren Tätigkeit in erster Linie mit Spenden. Eine Mitgliedschaft im Musikverein kommt für mich nicht in Frage. Schon mein Musikprofessor bescheinigte mir zu Schulzeiten eine natürliche, ausdrucksstarke Talentfreiheit was Sang und Klang anbelangt. Gerne gab ich aber in den letzten Jahren nicht nur der Gemeinde, sondern im Vorfeld von Veranstaltungen auch dem Obmann des Musikvereins, Peter Samwald, Auskunft über den Wetterverlauf bzw. ob Unwetter zu erwarten seien. Trotz der Masse an Festveranstaltungen, die es im letzten Jahr gab, blieb das Telefon still.


Auch ich besuchte im vergangenen Jahr einige Festveranstaltungen, angefangen vom Faschingsfest in der Volksschule über die Eröffnung der tollen neuen Badterrasse bis hin zu den offiziellen Feierlichkeiten 925 Jahre Würflach, auch wenn ich als Obmann der neu gegründeten Bürgerliste von einigen Personen nicht gerade herzlich empfangen wurde. So wurde mir am Erntedankfest liebevoll zugeflüstert, dass ich aufpassen soll, dass ich mich mit ‚meiner’ Bürgerliste im Ort nicht verkühle. Auch ich war bei weitem nicht auf jeder Veranstaltung anwesend und werde es auch zukünftig nicht sein. Das ist nicht nur meinen 4 Kindern im Alter zwischen 3 und 8 Jahren geschuldet, sondern das hatte gerade im letzten Jahr noch ganz andere Gründe.


Ja, es ist Wahlkampf. Auch wir haben bei Gott keine Wohlfühlkampagne geführt, einige Sachen genannt, die unseres Erachtens nach falsch laufen in unserem "kleinen, feinen Ort". Wir waren aber stets bemüht, fair und sachlich zu bleiben. Persönliche Untergriffigkeiten und falsche Behauptungen wie jene, wir würden uns nicht am Dorfleben beteiligen und dass der Vorschlag des Fördervereins erst eineinhalb Jahre nach der Bekanntgabe der Badschließung gekommen sei, sind auch in Wahlkampfzeiten wie diesen verzichtbar und eines Bürgermeisters nicht würdig. In diesem Sinne hoffe ich auf eine faire letzte Wahlkampfwoche ohne persönliche Untergriffigkeiten.


Roland Reiter Obmann Gemeinsam für Würflach - Unabhängige Bürgerliste

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