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  • Roland Reiter

Hände falten, Goschen halten?



Werter Herr Bürgermeister,


seit geraumer Zeit zeigt die VP Würflach die Bereitschaft, Personen konsequent zu diskreditieren und zu delegitimieren, die nicht nach ihrer Pfeife tanzen und somit ihren Interessen gefährlich werden könnten.


So hat im letzten Jahr der Gemeindeparteiobmann praktisch keine Möglichkeit aus­gelassen, mittels der VP-Parteipostille „Würflach aktuell“ sowie mittels des VP-Newsletters wie­derholt medial Aussagen zu verbreiten, die die Grenzen einer sachlichen Diskussionsgrundlage weit überschritten haben und in falschen Tatsachenbehauptungen gipfelten. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass in der letzten Gemeinderatssitzung alle anwesenden Gemeinderäte der Opposition keine Zustimmung zur Verleihung der Goldenen Eh­renna­del an Herrn GPO Walter Mayer gaben und die notwendige Zweidrittelmehrheit damit nicht erreicht wurde.


Jetzt missbrauchen also auch Sie die amtliche Gemeindemitteilung dazu, sich über diesen Um­stand, ein demokratisch erzieltes Abstimmungsergebnis, zu empören, natürlich garniert mit einer entsprechenden Randbemerkung: „Wer hier parteipolitische Taktik vor dem Respekt und der Anerkennung jahrzehntelanger Arbeit stellt, sollte sich die Frage stellen, ob er selbst die nötige Reife als Mandatar im Gemeinderat erfüllt.“


Ja, Herr Mayer war 25 Jahre im Gemeinderat tätig, davon 18 Jahre im Gemeindevorstand. Was Sie in der Gemeindemitteilung jedoch nicht erwähnt haben ist die Tatsache, dass er seitens der Gemeinde schon mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet wurde. Zudem ist die Tätig­keit im Gemeinderat nicht ehrenamtlich; jeder Gemeinderat erhält eine Aufwandsentschädigung. Die­se beläuft sich derzeit auf 117 Euro, als Vorstandsmitglied bekommt man aktuell rund 597 Euro pro Monat aufs Konto überwiesen. Über die Jahre kommt da schon eine hübsche Summe zu­sammen. Jeder darf da jetzt selbst nachrechnen.


Eine goldene Ehrennadel ist zudem eine Auszeichnung, die man nicht nur daran messen soll, wie viele Jahre eine Person im Gemeinderat oder Gemeindevorstand tätig war, es müssen auch andere Kriterien herangezogen werden. Dazu muss auch der faire und respektvolle Umgang miteinander zählen. Herr Mayer hat im vergangenen Jahr mehrmals mittels der periodisch erscheinenden Zeitung „Würflach aktuell“ sowie auf der Internetseite der Volkspartei Würflach zu einem Rundumschlag ausgeholt (nachzulesen unter anderem hier und hier). Die getätigten Aussagen haben mich Ende Oktober sogar dazu veranlasst, erstmals in meinem Leben anwaltlichen Rat einzuholen, da ich in einigen Aussagen den Tatbestand der Üblen Nachrede, Kreditschädigung und die Verbreitung unwahrer Tatsachenmitteilungen erfüllt sah, was mir der Anwalt auch bestätigt hat. Von juristischen Schritten gegen die falschen Behauptungen, die über mich sowie meine Fraktions­kollegen veröf­fentlicht wurden, habe ich abgesehen. In der Gemeinderats­sitzung vom 11. Februar gab es von uns aber eine Rote Karte, und zwar wegen wiederholtem Foulspiel.


Wir werden uns auch in Zukunft nicht dem Diktat der Orts-VP meinungslos unterwerfen. Hände falten, Goschen halten – für das wurden wir nicht gewählt. Von Ihnen wünsche ich mir, abwei­chende Meinungen zu respektieren und nicht eine amtliche Mitteilung für parteipolitische Propa­ganda und das billige Hinhacken auf gewählte Ge­meinderäte anderer Fraktionen zu missbrau­chen. Daran ist kein Würflacher interessiert – zumal in Zeiten der Corona-Pandemie viel wichtigere Dinge an vorderster Stelle stehen sol­len als das Denunzieren der Opposition und so eine unwichtige goldene Ehrennadel.


Roland Reiter


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